GESCHICHTE

Die "Turngemeinde Unterliederbach" wurde am 1. April 1887 gegründet.

Nachdem Anfangs noch im Freien geturnt wurde, verlegte man nach einem Jahr den Turnbetrieb ins "Alleehaus". Im Sommer wurde der dazugehörige Garten und im Winter der Saal des Lokals genutzt.

Da sich der Sportbetrieb immer mehr ausweitete, zog die TGU (damals Tgde. genannt) im Jahre 1913 auf ein von der Gemeinde Unterliederbach ein zur Verfügung gestelltes größeres Gelände in der Nähe der Kneiselsmühle um.

Von 1915 bis 1918 war der Turnbetrieb wegen des Ersten Weltkrieges, aus dem 25 junge Mitglieder der TGU nicht mehr zurückkehrten, nahezu eingestellt.

Im Jahre 1919 wurde der gesamte Turnbetrieb wieder voll aufgenommen und auch eine Schülerabteilung gebildet.

Als erster Gauverein gründete die TGU 1920 eine Frauenabteilung, die bald eine führende Stelle im Gau einnahm.

Die Handballer waren sehr erfolgreich. Sie wurden 1923 und 1924 Gaumeister.

Mit Beginn des "Dritten Reiches" 1933 gab es große politische Veränderungen. Alle Vereine bekamen die gleichen vorgeschriebenen Satzungen und hatten sich den Sportbehörden unterzuordnen.

Im Jahre 1936 kaufte die TGU eine Scheune und das dazugehörige Gartengelände. Unter der Leitung eines Architekten wurde der Bau für den Turnbetrieb hergerichtet. Tausende von Stunden freiwilliger Arbeit der Turnerinnen und Turner waren notwendig, um aus der 200 Jahre alten Scheune eine für die damalige Zeit recht moderne Turnhalle zu errichten.

Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Turnbetrieb ganz eingestellt. Die Turnhalle diente ab 1940 als Kriegsgefangenenlager, ab April 1944 als Flakunterkunft und ab Januar 1945 als Obdachlosenunterkunft für bombengeschädigte Familien.

Nach dem Einzug der Siegermächte wurden durch die Militärverwaltungen sämtliche Vereine aufgelöst, der Sport verboten. Im Herbst 1945 durften Sportgemeinschaften gegründet werden, der VfB und die TGU schlossen sich zusammen.

Einige Zeit später, als die Vereinssperre wieder aufgehoben war, trennten sich der VfB und die TGU, und beide gingen wieder ihre eigenen Wege. Am 11. Januar 1950 wurde im damaligen Vereinslokal "Zur guten Quelle" mit 54 Anwesenden die TG-Unterliederbach neu gegründet.

Noch im selben Jahr wurde die Tischtennisabteilung gegründet.

Bereits 1953 wuchs die TGU auf 350 Mitglieder an, und am Jahresende  beschloss man, der bestehenden Halle einen Erweiterungsbau anzufügen.
Im März 1954 wurde mit dem Anbau begonnen.

Mit einem weiteren Um- und Anbau in den Jahren 1963 und 1964, bei dem besonders die älteren, schon pensionierten Turner mitarbeiteten, erhielt die Halle neue Hygieneanlagen, Dusch- und Umkleideräume, Toiletten, Aufenthalts- und Abstellräume, ein Vorstandszimmer und eine neue Hausmeisterwohnung.

Zur Zeit der 100 Jahrfeier, die 1987 in großem Rahmen begangen wurde, hatte die TG-Unterliederbach rund 500 Mitglieder.


(Auszüge aus: "Zeitreise, die Geschichte der Turngemeinde Unterliederbach von 1887 bis 1945" und "100 Jahre TGU 1887 - 1987". Geschrieben von Margot Lesniewski.)

Das Buch "Zeitreise, die Geschichte der Turngemeinde Unterliederbach von 1887 bis 1945" hat 160 Seiten und 33 Fotos. Es ist für 16,50 Euro erhältlich bei
Margot Lesniewski, Sossenheimerweg 9, 65929 Frankfurt/M., Tel: 069/312543
und in der Geschäftsstelle der TGU.